Wie viel RAM braucht mein Server? Mit Rechner

Wie viel RAM braucht dein Gameserver oder vServer? Richtwerte für Minecraft, FiveM, Palworld, Docker, Coolify und Co. plus RAM-Rechner mit Empfehlung.

von 6 Min. Lesezeit

Zu wenig Arbeitsspeicher ist der häufigste Grund, warum ein Server ruckelt, abstürzt oder Dienste plötzlich beendet werden. Zu viel RAM kostet dagegen jeden Monat Geld, ohne etwas zu bringen. Hier findest du Richtwerte für typische Gameserver und Anwendungen und einen Rechner, der dir aus Spiel, Spielerzahl oder deinen Diensten eine konkrete Empfehlung macht.

Der RAM-Rechner

Wähle im Rechner aus, ob du einen Gameserver oder einen vServer mit eigenen Diensten planst. Der Rechner addiert die Richtwerte, schlägt 25 Prozent Puffer auf und rundet auf die nächste übliche Paketgröße.

RAM-Rechner
Große Sichtweite und viele Plugins erhöhen den Bedarf deutlich.
Geschätzter Bedarf: 3 GB
Empfehlung: 4 GB RAM
Inklusive 25 % Puffer für Spitzen, Updates und Wachstum. Richtwerte, keine Garantie.
Minecraft Java Server bei ZAP-HostingMit dem Code GERMANGAMING sparst du 20 % (je nach Produkt)

Die Werte sind bewusst eher großzügig angesetzt. Sie ersetzen keine Messung auf deinem eigenen Server, geben dir aber einen soliden Startpunkt. Wie du den tatsächlichen Verbrauch misst, steht weiter unten.

Warum der Arbeitsspeicher so wichtig ist

Anders als bei der CPU gibt es beim RAM keine sanfte Überlastung. Ist die CPU ausgelastet, wird alles langsamer. Ist der Speicher voll, beginnt Linux auszulagern (Swap), und wenn auch das nicht reicht, beendet der OOM-Killer einen Prozess. Oft trifft es genau den größten Prozess, also deinen Gameserver oder deine Datenbank.

Typische Anzeichen für zu wenig RAM:

  • Der Gameserver stürzt nach einigen Stunden ohne klare Fehlermeldung ab.
  • Spieler berichten von Lags, obwohl die CPU-Last niedrig ist.
  • Docker-Container starten neu, im Log steht "OOMKilled".
  • Builds (zum Beispiel von Next.js-Apps) brechen mit "JavaScript heap out of memory" ab.

Richtwerte für Gameserver

Die Empfehlung gilt für die angegebene Spielerzahl inklusive Puffer. Mods, Plugins, große Welten und lange Laufzeiten erhöhen den Bedarf.

SpielMinimumEmpfehlungHinweis
Minecraft Java (Vanilla, Paper)2 GB4 GB bei 10 SpielernGroße Sichtweite und viele Plugins erhöhen den Bedarf deutlich.
Minecraft Modpack (Forge, NeoForge, Fabric)6 GB12 GB bei 8 SpielernGroße Modpacks brauchen oft 8 bis 12 GB, schon bei wenigen Spielern.
Minecraft Bedrock1 GB2 GB bei 10 SpielernDeutlich sparsamer als die Java Edition.
FiveM (GTA V Roleplay)4 GB8 GB bei 32 SpielernGroße Roleplay-Server mit vielen Skripten und Datenbank brauchen eher 8 GB und mehr.
Palworld8 GB16 GB bei 8 SpielernDer Speicherbedarf wächst mit der Laufzeit, tägliche Neustarts helfen.
Valheim4 GB6 GB bei 5 SpielernGroße, weit erkundete Welten brauchen mehr Speicher.
Project Zomboid4 GB6 GB bei 8 SpielernMods und hohe Zombie-Dichte treiben den Bedarf nach oben.
Rust10 GB16 GB bei 50 SpielernGrößere Karten und Oxide-Plugins brauchen oft 12 GB und mehr.
ARK: Survival Ascended12 GB16 GB bei 10 SpielernEiner der speicherhungrigsten Gameserver, Mods kommen noch dazu.
Terraria1 GB2 GB bei 8 SpielernMit tModLoader und großen Mods eher 2 bis 4 GB.
TeamSpeak 3256 MB1 GB bei 20 SpielernSehr sparsam, läuft problemlos neben anderen Diensten.

Worauf es bei Gameservern ankommt

  • Mods und Plugins: Ein Minecraft-Server mit großem Modpack braucht schnell das Dreifache eines Vanilla-Servers. Plane bei Mods immer eine Stufe mehr ein.
  • Weltgröße und Laufzeit: Viele Spiele halten erkundete Bereiche im Speicher. Ein Server, der wochenlang ohne Neustart läuft, braucht mehr als einer, der täglich neu startet.
  • Gleichzeitige Spieler zählen, nicht die Gesamtzahl: Entscheidend ist, wie viele Spieler zur selben Zeit online sind, nicht wie viele es insgesamt gibt.
  • CPU nicht vergessen: Viele Gameserver nutzen für die Spiellogik nur wenige Kerne. Eine hohe Taktrate ist dort oft wichtiger als viele Kerne.

Für die Gameserver aus der Tabelle habe ich eigene Anleitungen, zum Beispiel für den Palworld Server und den Hytale Server.

Richtwerte für Anwendungen auf dem vServer

Auf einem vServer laufen meist mehrere Dienste nebeneinander. Hier addieren sich die Werte, dazu kommen etwa 500 MB für das Betriebssystem.

AnwendungTypischer BedarfHinweis
Docker Engine307 MBGrundlast für den Docker-Dienst selbst.
Coolify2 GBOffizielles Minimum 2 GB, dazu kommen die Apps, die du damit betreibst.
Portainer205 MBVerwaltung für Docker im Browser.
Uptime Kuma205 MBMonitoring, am besten auf einem eigenen kleinen Server.
WordPress mit MariaDB1 GBMit Caching-Plugins und mehr Besuchern eher 2 GB.
Next.js- oder Node.js-App512 MBBeim Build kurzzeitig deutlich mehr, oft 1 bis 2 GB.
Nextcloud mit Datenbank und Redis1,5 GBMit Office-Integration (Collabora, OnlyOffice) eher 4 GB.
n8n (Automatisierung)512 MBViele parallele Workflows brauchen mehr.
Umami mit PostgreSQL512 MBDatenschutzfreundliche Webanalyse.
Vaultwarden102 MBPasswortmanager, sehr sparsam.
AdGuard Home oder Pi-hole102 MBDNS-Filter, sehr sparsam.
Eigene Datenbank (PostgreSQL, MariaDB)1 GBFür kleine Projekte, große Datenbanken brauchen deutlich mehr.
Mailserver (mailcow)6 GBMit Virenscanner sehr speicherhungrig.

Drei typische Beispiele

SzenarioDiensteEmpfehlung
Kleines MonitoringDocker, Uptime Kuma1 bis 2 GB
Eigene WebsiteDocker, WordPress mit MariaDB2 GB
Self-Hosting-PlattformCoolify, zwei Next.js-Apps, PostgreSQL, Umami8 GB

Bei Coolify lohnt sich großzügiges Planen besonders: Coolify baut deine Apps direkt auf dem Server, und Builds brauchen kurzzeitig oft 1 bis 2 GB zusätzlich.

Den tatsächlichen Verbrauch messen

Richtwerte sind ein Startpunkt. Sobald dein Server läuft, solltest du nachsehen, wie viel Speicher wirklich belegt ist.

bash
# Gesamtübersicht: wichtig ist die Spalte "available"free -h # Prozesse nach Speicherverbrauch sortiertps aux --sort=-%mem | head -n 10 # Speicherverbrauch aller Docker-Containerdocker stats --no-stream

Linux nutzt freien Speicher als Cache für Dateien. Ein hoher Wert bei "used" ist deshalb kein Problem, solange unter "available" genug übrig bleibt. Kritisch wird es, wenn "available" dauerhaft unter etwa 10 Prozent fällt oder der Swap stark wächst.

Für einen dauerhaften Überblick eignet sich eine Weboberfläche wie Cockpit. Ob deine Dienste erreichbar bleiben, überwachst du mit Uptime Kuma.

Swap: Notreserve, kein Ersatz

Eine Swap-Datei verhindert, dass bei kurzen Spitzen sofort ein Prozess beendet wird. Auf einem vServer ohne Swap kannst du so eine anlegen:

bash
sudo fallocate -l 2G /swapfilesudo chmod 600 /swapfilesudo mkswap /swapfilesudo swapon /swapfileecho '/swapfile none swap sw 0 0' | sudo tee -a /etc/fstab

Swap liegt auf der SSD und ist um ein Vielfaches langsamer als RAM. Für Gameserver ist ständiges Auslagern gleichbedeutend mit Lags. Swap fängt Spitzen ab, dauerhaft zu wenig RAM ersetzt er nicht.

Gameserver mieten oder vServer selbst verwalten?

Beim gemieteten Gameserver wählst du Spiel und Paket, Installation, Updates und Backups übernimmt der Anbieter. Ein vServer ist flexibler: Du kannst mehrere Dienste gleichzeitig betreiben, musst dich aber selbst um Updates und Sicherheit kümmern. Wie du einen neuen vServer sauber absicherst, zeige ich in Linux vServer absichern. Die Unterschiede zwischen den Server-Arten erkläre ich in vServer oder Dedicated Server.

Ich nutze für Gameserver und vServer ZAP-Hosting. Dort kannst du den RAM bei vielen Paketen später erhöhen, wenn der Bedarf wächst. Das ist praktisch, weil du nicht von Anfang an zu groß planen musst.

Häufige Fragen

Reichen 2 GB RAM für einen vServer?

Für einzelne, sparsame Dienste wie Uptime Kuma, Vaultwarden oder eine kleine Website ja. Sobald Coolify, mehrere Container oder eine Datenbank mit mehr Last dazukommen, sind 4 GB die sinnvolle Untergrenze.

Wie viel RAM braucht ein Minecraft Server?

Für einen Vanilla- oder Paper-Server mit bis zu zehn Spielern reichen 4 GB. Modpacks brauchen 8 bis 12 GB, große Modpacks mit vielen Spielern auch mehr.

Kann ich den RAM später erhöhen?

Bei den meisten Anbietern ja, oft ohne Neuinstallation. Deshalb ist es sinnvoll, mit einer passenden Größe zu starten und nach einigen Tagen Messung nachzulegen, statt von Beginn an das größte Paket zu nehmen.

Warum zeigt mein Server fast keinen freien RAM an?

Linux nutzt ungenutzten Speicher als Datei-Cache und gibt ihn bei Bedarf sofort frei. Entscheidend ist der Wert "available" bei free -h, nicht "free".

Fazit

Plane RAM nach gleichzeitigen Spielern oder nach der Summe deiner Dienste, schlage einen Puffer auf und miss nach dem Start nach. Der Rechner oben liefert dir einen guten Startwert. Mit einem Anbieter, bei dem du später aufstocken kannst, gehst du kein Risiko ein.

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